Ausbildungsinhalte der Schauspielausbildung

Kunst kommt von „können“

Ausbildungsinhalte der Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg
Die Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg ist seit über  fünfzig Jahren eine staatlich-BAfÖG-anerkannte private Berufsfachschule für Schauspiel, Stimme und Bewegung und vermittelt innerhalb von 3 Jahren klassische und innovative Schauspieltechniken. Während unserer dreijährigen Schauspielausbildung werden unsere Schüler in 16 verschiedenen Einzelfächern von insgesamt 17 Dozenten unterrichtet.

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Rollenarbeit - Schauspiel

Die wichtigsten Werkzeuge für das Fach Rollenarbeit/Schauspiel werden zunächst in den Einzeldisziplinen: Sprecherziehung, Körperarbeit, Prinzip der Perzeption (Wahrnehmung), Gesangsunterricht, Bühnenkampf/Fechten u.a. in separierter, konzentrierter Form das Handwerk, das zum professionellen Schauspiel notwendig ist gelehrt. Im Fach Rollenarbeit /Schauspiel greifen die Schauspielschüler diese Bausteine auf und lernen so auch komplexe Aufgaben der Rollengestaltung umzusetzen. Die Schauspielschüler erwerben somit die Fähigkeit, fiktive Figuren auf der Bühne oder vor der Kamera authentisch darzustellen. So verknüpft das Fach Rollenarbeit/Schauspiel die vier Säulen Konzentration, Sprache, Körper und Sinne zu einer verschmelzenden Einheit.

Das Fach Rollenarbeit/Schauspiel gliedert sich während der Ausbildung in drei Phasen:

  • In der ersten Phase lernen die Schüler: sich selbst während des Spielens einer Rolle als Schauspieler wahrzunehmen. Anhand von Dialogen, kleinen Szenen mit Situationswechseln, Sequenzen mit Konfliktpunkten u.a. werden die Fertigkeiten Wahrnehmen, Empfinden und Ausdrücken in der zu spielenden Rolle trainiert. Parallel lernen die Schüler in einem Gruppenprojekt, eigenständig ein eigenes Theaterstück zu realisieren.
  • Die zweite Phase: umfasst eine konzentrierte Erarbeitung von ca. sechs unterschiedlichen Rollen je Schüler. Im Klassenverband wird unter der Leitung eines Dozenten ein Theaterstück inszeniert, das im Anschluss in ca. 10 Aufführungen der Öffentlichkeit präsentiert wird.
  • In der dritten Phase: Wird die individuelle Erarbeitung von Rollen noch zielorientierter im Hinblick auf die Abschlussprüfung und den Berufseinstieg. Die Schauspielschüler erarbeiten unterschiedliche Rollen unter Berücksichtigung ihres persönlichen Stils und Ausdrucks. Mit dem Abschluss der Ausbildung besitzen die Schüler die Fähigkeit, sich Rollen eigenständig zu erarbeiten.

In einem weiteren Prozess werden die psychologischen Aspekte der Figur mit dem Raum, der Handlung und den anderen Charakteren in Beziehung gesetzt. Parallel gestaltet der Schauspieler die psychologische Entwicklung seiner zu spielenden Figur. Hierbei adaptiert der Schauspieler die psychologischen Strukturen der Figur auf seine eigenen Erfahrungen und Empfindungen, so dass in der Darstellung der Figur der individuelle Stil des Schauspielers authentisch zum Ausdruck kommt. Die Dozenten der Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg coachen und unterstützen die Schauspielschüler, sodass der Schüler zu einer selbstbewussten künstlerischen Persönlichkeit reift. Im Abschlusssemester wird ausführlich der Berufseinstieg und Karriereaufbau thematisiert. Die Schüler lernen, sich souverän und überzeugend in Bewerbungsverfahren und Castings zu zeigen, sowie sich erfolgreich mit Präsentationsmappen und digitale Medien zu vermarkten. Die kleinen Jahrgangsklassen, mit nicht mehr als 15 Schülern je Klasse, ermöglichen es den Dozenten, im Einzel- und Kleingruppenunterricht intensiv und gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler eingehen zu können. Ein souveränes Selbstbewusstsein und ein authentischer eigener künstlerischer Stil sind neben der künstlerischen Qualität entscheidende Merkmale für den beruflichen Erfolg als professioneller Schauspieler.

Camera acting

Vor der Kamera gilt es, sein Spiel auf die Bedürfnisse des Mediums “Film” anzupassen, hierzu müssen einige Dinge gelernt, bzw. beachtet werden.

Der Unterricht im Fach „Camera acting“ beinhaltet unter anderem:

  • Generelle Vorgehensweisen beim Film
  • Welche Methodiken sind für die Arbeit vor der Kamera geeignet? Welche besser nicht?
  • Klärung von Fachterminologie beim Film
  • Arbeiten in den verschiedenen Einstellungen: Close up, Totale, Halbtotale, was ist zu beachten?
  • Wie bewege ich mich in den verschiedenen Einstellungen?
  • Auf und Abgang ,Anschlüsse, Continuity
  • Vorbereitung von Spielangeboten für die Regie
  • Arbeit mit Markierungen, wie arbeitet man mit ihnen?
  • Drehbuchanalyse, Schritt für Schritt… Wir analysieren den Verlauf einer Szene
  • Charakteranalyse, wie gestalte ich eine interessante Figur für den Film?
  • Rhythmus einer Szene finden – Wie mache ich das?

Auf jede Lerneinheit folgen ausgiebige praktische Übungen, um gelerntes zu festigen. Unser Dozent Ulrich Bähnk hat über 20 Jahre Erfahrung als Schauspieler und spielte jahrelang Haupt -und Nebenrollen in verschiedenen Serien- und Film-Produktionen, z.B. „Die Rettungsflieger“ (ZDF), „Der Landarzt“, „Tatort“, „Der Dicke“, „Soko Wismar“, „Notruf Hafenkante“ u.v.m.

Phonetik, Sprecherziehung und Stimmführung

Die Siebsche Bühnensprache, auch gemäßigte Hochlautung genannt, gilt als Norm für Schauspieler. Um zu dieser genormten Lautung zu gelangen, sind verschiedene Schritte hilfreich. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den einzelnen deutschen Sprachlauten und ihrer Kombination zu Wörtern und Syntagmen (Sequenzen). Der Schüler muss hören lernen, d.h. er muss die gewohnten Kategorien, in denen er hört „aufbrechen“, um neue wahrnehmen zu können. Kann er die unterschiedlichen Laute erkennen, liegt der nächste Schritt darin, diese Laute selber zu produzieren. Dabei ist es außerordentlich Wichtig, die Schüler dahin zu führen, sich der Lautproduktion bewusst zu werden, die Unterschiede zwischen den einzelnen Lauten wahrzunehmen und die Eigenschaften, die jedem Laut innewohnen, sowie die Artikulationsstellungen zu fühlen.

 

Um diesen Prozess zu unterstützen, verwenden wir die Symbole des internationalen Phonetischen Alphabets . Es hilft, sich die Unterschiede zu vergegenwärtigen, die die Orthografie manchmal aufhebt. Bei der Beschreibung der einzelnen Laute führen wir in die dazugehörige phonetische Begriffswelt ein. Sprachlaute alleine sind noch keine Worte und ergeben keine Sprache. Deshalb müssen die erkannten Sprachlaute in Kombinationen, die Wörter und letztlich Sätze ergeben, geübt werden. Das wichtige dabei ist, dass der Schüler lernt, diese Worte auch mit ihrer Bedeutung zu artikulieren, da es sich um natürliche Sprache handelt.

 

Sobald man zu Worten übergeht, kommt ein weiterer Bestandteil hinzu: beim Zusammenfügen der einzelnen Sprachlaute zu Wörtern und Sätzen gilt es Regeln zu beachten. Diese Regeln sind ein wichtiger Teil der genormten Hochlautung. Eine korrekte Artikulation allein reicht nicht, um einen geschriebenen Text in gesprochene Sprache zu übertragen. Deshalb ist es uns wichtig, die Zusammenhänge zwischen Orthografie und Aussprache zu vermitteln. Wir glauben diese Inhalte können wir nur an die Schüler weitergeben, wenn sie Interesse am Tun haben und aus ihrer eigenen Erfahrung zur Erkenntnis gelangen. Nur wenn der Schauspieler durch diese Erkenntnis seine Sprache wie ein Werkzeug benutzen kann, wird es ihm möglich sein, eine Rolle mit all ihren sprachlichen Facetten auszufüllen.

Ensemble Lesen

Die Wahrnehmung, nicht nur für das eigene Lesen und Sprechen, sondern auch für das gemeinsame Agieren in einem Ensemble zu sensibilisieren, ist Ziel dieser Arbeit.

 

Anhand der Fünf Lese-Arten werden Schritt für Schritt verschiedene Texte erarbeitet. Im Mittelpunkt steht das Kennenlernen sowie die Unterscheidung verschiedener ausgewählter Textarten.

 

Zunächst beschäftigen wir uns mit dem Leben im Wort: Welche Energie tragen Worte in sich? Welche Zeiten tragen sie in sich? Wie setzen wir Empfindungen in Klang um? Welche Bewegungen zeigen sich in den Worten, in ihrer Klangordnung und wie bewegt uns das Wort? Welche Empfindungen können wir empfangen? Zu Beginn also soll die Sprache, das Wort, der Buchstabe im Vordergrund stehen. Wie gehen wir mit der Sprache um? Was tun wir mit dem Wort? Was tut das Wort mit uns? Dazu bieten Gedichte eine gute Arbeitsgrundlage anhand derer die Artikulation und die eigenen Möglichkeiten im Umgang mit Wort und Sprache entdeckt, erkannt und geübt werden können.

Prinzip der Perzeption

Klare Ausdrucksweisen führen zu klarem Eindruck – Methoden helfen uns, eine Situation zu „spielen“, bzw. diese Nachzuempfinden. Ergänzend dazu ist das Fach Prinzip der Perzeption – Also das „Prinzip der Wahrnehmungsfähigkeit“ in all seinen Facetten.

 

Der Weg zum „darstellerischen Ausdruck“ ist erschwert durch die eigenen Gewohnheiten – Die oft zum falschen Ausdruck führen. So ist die Unterscheidung von eigen- und Fremdanteilen im eigenen Handeln notwendig, um den Ausdruck des Schauspielers zu erweitern und zu festigen. Durch die Arbeit an den Sinneswahrnehmungen kommt der Studierende zum können. Das Möchten/ Wollen/ Sollen/ Dürfen/ Müssen/ Lassen wird zum eigenständigen Ausdruck – Und damit die Gründe für Handlungen zum großen Teil erkennbar.

 

Die fundamentale Arbeit an den Sinneswahrnehmungen führt zur Erweckung der Atem/ Geräusch/ Laut/ Ton/ Klang/ Stimmführung und Stimmbildung hin zur Artikulierten Wortbildung. Die Umsetzung dieses „Prinzips der Perzeption“ ist die gelebte, erfahrene Wahrnehmungslehre. Diese Umsetzungsfähigkeit ist Grundvoraussetzung zu schöpferischer Fähigkeit (z.B. Regietheater) ohne an der eigenen Ausdrucksform Schaden zu nehmen.

 

Dieser Weg zur eigenen Spielfreude trägt in sich die Kraft, das Leistungsmaß zu akzeptieren (an sich und anderen). Mit dem Erreichen dieser Fähigkeit beginnt die Ensemblearbeit und Spielpraxis und der immer offene Weg zur Erweiterung dieser Arbeit am Aufbau und der Reifung zu neuen Aufgaben.

Improvisation | Schauspiel

Der Schauspieler soll im Theateralltag dem Produktionsprozess nicht hilflos ausgeliefert sein, sondern mit künstlerischer Eigenständigkeit am Gelingen des Ganzen teilhaben.

 

Er wird so zum wertvollen Partner seiner Kollegen und auch der Regie. Wo ist der Schauspieler Künstler? Wo liegt der eigenschöpferische Akt des Schauspielers? Diese Fragen dürfen für den Schauspieler nicht unklar bleiben. Er soll ein flexibles, präzises Handwerk erhalten, um sich eigenschöpferisch am Entstehungsprozess der Figuren und Bühnensituationen zu beteiligen. Ziel ist, die von Regie- und Theaterleitung gestellten Anforderungen eigenschöpferisch umzusetzen. Durch die Kunst des Improvisierens gewinnt die Darstellung des Schauspielers an Kontur. Der Improvisationsunterricht wird von Julia Jessen durchgeführt.

 

Ziele: Der Schauspieler soll nach drei Jahren Ausbildung die Fähigkeit erlangt haben, aus dem Unterrichtsfundus des Erlernten in der Rollengestaltung, durch Improvisation, Lösungen im Produktionsprozess anbieten zu können. Hierdurch wird nicht nur eine umfassende Rollengestaltung erreicht, sondern die Möglichkeit geschaffen, im Zusammenspiel mit weiteren Schauspielern, sich Situationen in der Theaterwelt so zu nähern, dass das Produktionsziel, das durch Theaterleitung und Regie vorgegeben ist, erreicht werden kann. Oberste Maxime bleibt, den Fundus an Erlerntem flexibel aber präzise anwenden zu können, gleichwohl die Rolle durch den literarischen Text begrenzt ist.

 

1. Ausbildungsjahr: Kennenlernen der eigenen Gewohnheiten, Analyse und anschließende Auswertung. Das erste Jahr ist zunächst ergebnisorientiert (Problem erkannt – Problem gebannt). Mit Hilfe der Improvisation kann ich ein Problem erkennen, es auswerten und durch Methodik bühnengerecht auflösen.

 

2. Ausbildungsjahr: Das im ersten Jahr erlernte im szenischen Kontext anwenden. Hierzu stehen einige Techniken bereit, die innerhalb zweier Semester erlernt und trainiert werden.

 

3. Ausbildungsjahr: Im dritten Jahr gewinnt der literarische Text zunehmend an Bedeutung, hier wird die Synthese aus rollenspezifischer Gestaltung und improvisatorischem Freiraum gemeinsam mit den Schülern entwickelt.

Basic Movement - Körperarbeit

Die von Peter Ohrt speziell für das Bühnentheater entwickelte Technik von Basic Movement verbindet die traditionellen Ansätze europäischer, amerikanischer und angloamerikanischer Körperarbeit mit denen der asiatischen.

 

Diese Geist, Intellekt und Körper gleichermaßen berücksichtigende Theatertechnik bildet die Grundlagen für den kreativen Schaffensprozess, der zu einem Sinngemäßen und ganzheitlich entwickelten theatralischen Ausdruck führen soll.
In der Praxis bedeutet das „Moven“:

  • Durch Bewegung den Körper wahrnehmen
  • In der Bewegung entspannen und Verspannungen auflösen
  • Mit der Bewegung in die Stimme gehen
  • In der Bewegung seinen Weg finden
  • Aus der Bewegung Spannung aufbauen

Durch die freie Bewegungsarbeit wird ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt, aus Ruhe und Stille in eine physische Lebendigkeit. Durch das Erkennen von körperlichen Panzerungen, Müdigkeit, Mustern und Gewohnheiten entdecken wir unsere Lebendigkeit. So wird an Wahrnehmung und dem authentischen Ausdruck trainiert. Wir bringen Eindrücke zum Ausdruck, kommen in uns zur Ruhe für die Arbeit an Schauspiel, Gesang und anderen Kunstformen. Für alle kreativen Momente findet die freie Bewegung neue Möglichkeiten.
Wir entwickeln in der Bewegung Fähigkeiten, Impulse:

  • Die von innen kommen, auszudrücken
  • Die von außen kommen, zu beantworten

Den Körper sprechen zu lassen, heißt psychisches Befinden und körperlichen Ausdruck in Einklang zu bringen. Die Begegnung mit uns selbst macht uns offen für den Kontakt mit anderen. Wir sehen unsere eigenen Gewohnheiten und die der anderen, durchschauen sie, lernen sie zu akzeptieren und die Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Impulse erkennen, ihnen „freien Lauf zu lassen“, sie zu beantworten, ihnen zu folgen, sie evtl. umzuleiten oder auch ihnen etwas entgegenzusetzen.

 

Die Basis dieser Arbeit werden unsere alltäglichen Erfahrungen sein. In den einfachen Elementen wie: gehen / sitzen / stehen/ liegen bewegen wir uns zwischen: oben und unten / innen und außen / öffnen und schließen / allein und gemeinsam. Wir erleben in dieser Bewegung: Nähe und Distanz / Spiel / Tanz und Kampf.

 

Wir machen Bewegung erfahrbar durch den Wechsel von Form und freier Exploration. Durch die Form schaffen wir uns ein gemeinsames Bewegungsvokabular, durchbrechen es dann und gehen über sie hinaus in spielerische Anwendung. Zur Arbeit gehören Einzel.-, Partner- und Gruppenimprovisationen.
Grundlagen des Körpertrainings werden sein:

  • Bewegung aus der Entspannung
  • Arbeit an der Sequenz der Bewegung (Movement Ritual, entwickelt von Anna Halprin, San Francisco)
  • Arbeit zur Findung der Körperbalance
  • Elemente des Tanzes und des Kampfes (u.a. Contact-Improvisationen, Tai Chi, Aikido, Capoeira)

Rolle & Rhythmus - Schauspiel

Rhythmik ist Basisarbeit: Die Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg lehrt rhythmische Strukturen im Körper hörbar zu machen, den Körper als Musikinstrument zu nutzen und „in Schwung“ zu versetzen. Lernziel ist es körperliche Gewohnheiten zu erkennen, zu analysieren und auszuwerten. Durch die Verbindung von innerer und äußerer Bewegung im Raum wird die Wahrnehmung körperimmanenter Prozesse intensiviert.

 

Körperrhythmik
Rhythmus ist nicht nur die Basis musikalischer Praxis, er ist Grundelement des Lebens überhaupt. Indem wir lernen, mit Händen, Füßen und Stimme einfache poly-rhythmische Strukturen darzustellen, lernen wir, unseren Körper als Instrument zu benutzen. Das mag zu tiefgreifenden Änderungen des Körperbewusstseins führen: ein verbessertes „Grounding“, einen neue Koordination der rechten und linken Seite, ein stetigerer Herz- und Atemrhythmus bewirken eine andere Wahrnehmung der Bewegung des Körpers im Raum. Die Übungen werden überwiegend im Kreis, in der Gruppe ausgeführt. Die Gruppe ist dabei für den einzelnen sowohl Basis als auch Korrektiv beim Erfahren und Erweitern der eigenen Möglichkeiten. Selbsterfahrung ist jedoch nur eine (mögliche) Seite der Übungen. Wenn wir rhythmische Patterns mit Klatschen, Stimme und elementaren Tanzschritten hörbar machen oder auf einfache Percussion-Instrumente übertragen, schaffen wir uns die Basis nicht nur für vielfältige musikalische Improvisationen, sondern auch einen Grundlegenden Bezug zum Bewegungstheater.

 

Klangräume
Ist Rhythmus (musikalische) Bewegung, dann bewirkt der Klang das Gefühl, das Musik im Hörer entstehen lässt. Klang öffnet und schafft Räume und hat deshalb im Theater eine ähnliche Funktion wie das Licht. Wir leben in einer Kultur, die weitgehend und immer mehr durch visuelle Eindrücke bestimmt ist – man kann von einer Dominanz des Auges über das Ohr sprechen. Akustische Eindrücke bleiben im Alltag häufig auf einer unbewussten Ebene, prägen aber dennoch (oder gerade deshalb) unser Gefühl von einer Situation. In diesem Abschnitt wollen wir „unsere Ohren öffnen“, indem wir uns Parameter schaffen für die unterschiedliche Qualität der uns umgebenden Klänge. Gleichzeitig wollen wir mit einfachen Mitteln Klänge herstellen, die wir bewusst für theatralische Situationen verwenden können.

Bewegungsanalyse nach Laban/Bartenieff

Die Bewegungsstudien nach Laban/ Bartenieff sind ein wesentliches Handwerkszeug für jegliche Arbeit mit Bewegung, Tanz und Improvisation.

Die Schauspielschüler/Innen werden in die vier Kategorien, der Bewegungslehre – Form, Antrieb, Körper und Raum – eingeführt. Lernziel ist es, Charaktere aus der intensiven Körper- und Bewegungsarbeit zu kreieren und den Körper als Ausdrucksmittel zu verstehen und zu schulen. Die verschiedenen Konzepte aus den Laban/ Bartenieff Bewegungsstudien dienen als Grundlage zur Tanz – und Bewegungsentwicklung als auch zur Improvisation. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Integration von Körperbewusstheit räumlicher und sinnlicher Wahrnehmung.
Die Körperarbeit basiert auf den Prinzipien der Bartenieff Fundamentals und des Body Mind Centerings (BMC).

Die Fundamentals sind eine in sich entwickelte Serie von Bewegungsabläufen die hauptsächlich Muskel und Gelenkketten aktivieren. Z.B. sind bei den meisten Menschen mit Rückenbeschwerden die Bewegungen des Oberkörpers nicht in den Unterkörper verankert. Auf die Veränderung eines Wirbels resultiert immer die kollektive Bewegung der gesamten Wirbelsäule. Durch Verspannung oder „Festhalten“ wird die Wirbelsäule in ihrer Mobilität gebremst. Die Bodenarbeit hilft uns hier angespannte Muskelgruppen loszulassen und die Schwerkraft für uns neu zu nutzen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit den Körpersystemen. Das Verschmelzen von Körperarbeit, Tanztechnik und Improvisation führt uns zu einem ganzheitlichen Training. Lassen wir uns von der Schwerkraft tragen oder müssen wir uns im Raum halten?

  • Rudolf v. Laban war Choreograph, Tänzer und Pionier der modernen Bewegungsforschung. Er eröffnete dem Verständnis der nonverbalen Kommunikation neue Wege.
  • Irmgard Bartenieff war Schülerin, Laban’s Tänzerin und Physiotherapeutin (Bobath) und brachte seine Lehre in die USA. Sie hat eine Anzahl von Prinzipien gefunden, in denen die Körperverbundenheit im Mittelpunkt steht (Muskelketten sind effektiver als Muskelkraft). Die Essenz dieser Bewegungsprinzipien hat sie in schlichten fundamentalen Übungen zusammengefasst. Den Bartenieff-Fundamentals.
  • Bonnie Bainbridge –Cohen begann ihren Weg als Ergotherapeutin. Sie entwickelte mit ihrem Mann die Methode des Body Mind Centerings (BMC). BMC ist ein erfahrungsbetontes Studium, dass auf anatomischen, physiologischen, psychologischen und entwicklungsgeschichtlichen Prinzipien basiert. Die Körpersysteme (Organe, Knochen, Flüssigkeiten, Nervensystem etc.) stehen mit verschiedenen Energien und Bewegungsqualitäten in Verbindung. Die kreative Erforschung unserer Bewegungsentwicklung hilft uns die Beziehung zur Schwerkraft, dem Boden und den Sinn für uns selbst neu zu erfahren.

Gesangsunterricht

Der Fokus des Unterrichts liegt auf dem intensiven Atemtraining sowie dem professionellen Umgang mit dem Registerwechsel. Durch gezielte Atem-Methoden wird das Bewusstsein der Stimme geschult und gefestigt.

Ziel ist es durch Harmonisierung und Hörbarmachen des Atems die Stimme zu finden und zum Ausdruck zu bringen. Im Gesangsunterricht wird mit Atemübungen, Lockerungsübungen und Übungen zur Erschließung der Resonanzkörper, der eigene Körper als Instrument bzw. als Klangkörper wahrgenommen und entwickelt. In Rhythmusübungen, Improvisationsspielen und mit Hilfe der Solmisation (Benennung der einzelnen Tonschritte) werden das Hören trainiert und die Grundlagen für das selbstständige Erlernen und einstudieren eines Liedes geschaffen.

Ab dem 4. Semester erfolgt Einzelunterricht, in dem individuell auf die jeweilige Stimme eingegangen wird. Ein eigenes Aufwärm, bzw. Einsingprogramm wird erstellt und der Schüler lernt auf die Bedürfnisse seiner Stimme einzugehen.

Techniken für unterschiedliche Musikstile werden erlernt – Ein eigenes Gesangsrepertoire wird erarbeitet, dieses wird in internen und öffentlichen Liederabenden präsentiert. Ziel des Unterrichts ist die Freude am Singen und am eigenen Ausdruck, der gesunde, verantwortungsvolle Umgang mit der Stimme und das Einschätzen der eigenen sängerischen Fähigkeiten.

Theatergeschichte

Theatergeschichte soll Einblicke gewähren in die Entwicklung des Theaters von der Antike bis zur Gegenwart.

Vollständigkeit ist dabei nicht möglich und auch nicht erstrebenswert. Das Ziel ist, durch „exemplarisches Lernen“ das, was an einem Werk, einem Autor, einer Zeit erkannt wurde, selbstständig auf andere Werke, Autoren und Zeiten anwenden zu können. Aus diesem Grund werden einzelne Werke und Autoren in ihrer besonderen Bedeutung und Signifikanz (sprachlich, inhaltlich, dramaturgisch u.a.) kenntlich gemacht durch Einbettung in die jeweilige Entwicklung des „Systems“ Theater. Dazu gehören gesellschaftliche Zusammenhänge, Wechselbeziehungen zu anderen Kunstformen etc. ebenso wie z.B. die Entwicklung von Bühnentechnik, Inszenierung, Bühnenbild. Theatergeschichte soll die sprachliche Kunstform ebenso kenntlich machen wie die historischen und theatergeschichtlichen Zusammenhänge, in denen Autoren wie Schauspieler standen und stehen.

Sie soll das Interesse für größere Zusammenhänge wecken und den Blick weiten – In der Diskussion all dessen sollen die Schüler verstehen lernen, dass sie Teil einer langen Tradition sind, die – um nicht künstlerisch zu erstarren, produktiv weiterentwickelt werden muss – auch von ihnen.

Bühnenfechten - Bühnenkampf

Im modernen Bühnenkampf kommunizieren die Darsteller auf vielen unterschiedlichen Ebenen miteinander. So schult Bühnenkampf die Wahrnehmung des Partners und der Umgebung. Er bietet dem Schauspieler eine weitere handwerkliche Möglichkeit, Facetten einer von ihm geschaffenen Figur auszudrücken. Um für den Zuschauer die glaubwürdige Illusion eines Kampfes zu erzeugen, aber zugleich die körperliche Unversehrtheit der beteiligten Darsteller zu erhalten, lernen die Partner nicht nur, in einer Choreographie zusammen zu arbeiten, sondern auch, wie sich Menschen beim Kämpfen verhalten, d.h. wie sich eine Figur im Verlauf einer Kampfszene psychologisch entwickelt.

  • Bühnenkampf oder Szenischer Kampf erfordert von den Beteiligten ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit, da es sonst rasch zu eigentlich unnötigen Verletzungen kommen kann.
  • Ein weiterer Punkt ist das Erlernen von Teamfähigkeit: Eine Kampfszene „funktioniert“ nur dann, wenn alle Beteiligten sich aufeinander einlassen und verlassen können.

Boxen

„Technik“ & „Präsenz“ hin oder her – Es nützt wenig, wenn man nur eine Runde „Vollgas“ geben kann, deshalb ist körperliche Fitness und eine gute Koordinationsfähigkeit absolute Voraussetzung für die Ausübung des Schauspieler-Berufes.

Es gibt kaum eine andere Sportart, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist so herausfordert, wie der Box-Sport. Durch ausdauerndes „Zirkeltraining“ in Kombination mit Boxtraining verbrennt man in einer Stunde bis zu 1000 Kalorien!

Boxen fördert außerdem die Willensstärke & Konzentration gibt Durchsetzungkraft und fördert das Selbstbewusstsein – Übrigens Boxen bei uns sehr viele Frauen!

Die Unterrichts-Einheiten bestehen aus:

  • Umfassendes „Warm Up“
  • „gesunde“ Dehnübungen
  • Atemtechnik
  • Partnerübungen – Schlagkraft & Koordination
  • Konditionsübungen (Kondition ist eine Mischung aus: Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer)
  • Durch Veränderung der „Intervalle“ beim Box-Training erwirken wir eine Verschnellerung der „Reaktionszeit“

Wir boxen übrigens ausschließlich mit Bandagen und Boxhandschuhen, Sicherheit ist uns hier sehr wichtig, da beim Boxen bestimmte Muskelgruppen extrem strapaziert werden. Das Verletzungsrisiko beim Boxen ist erfahrungsgemäß geringer als z.B. beim Ballett.

Das Fach „Boxen“ wird von Alex unterrichtet. Ein ausführliches Portrait folgt

Yoga

Regelmäßige Yoga-Übungen gehören zum festen Bestandteil der Ausbildung an der Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg.
Unterrichtet wird nach dem Kundalini-Yoga – einem dynamischen Yoga-Stil, in dem sich Körperübung mit Entspannung und Meditation abwechseln. Ziel ist es Muskeln zu stärken und zu lockern sowie durch Entspannung Blockaden, Verspannungen zu lösen.

Eine Übungsreihe wird als „Kriya“ bezeichnet. Eine typische Übungsfolge (Kriya) besteht aus 45 Minuten verschiedener körperlichen Übungen und Haltungen. Dann folgen 15 Minuten Entspannung im Liegen und einer daran anschließenden Meditation.

Die Vorteile des Yoga sind:

  • Stärkung der Urteilskraft im Bezug auf Situationen
  • Senkung des Leistungsdrucks, – einer modernen Zivilisationskrankheit
  • Bessere Entschlackung durch vermehrte Tätigkeit der Leber – mehr Wohlbefinden
  • Zufriedenheit und Ausgeglichenheit fördern eine bessere Haltung und entspannen die Gesichtsmuskeln
  • Gesteigerte Kommunikationsfähigkeit
  • Durch das ausgewogenere Zusammenspiel der Nervensysteme steigt die Flexibilität und damit die Leistungsfähigkeit
  • Mit einer offenen Einstellung erreicht man mehr Vertrauen und Respekt seitens der Mitmenschen

Moderner Tanz und Körperarbeit

Die Bewegungsstudien nach Laban/ Bartenieff sind ein wesentliches Handwerkszeug für jegliche Arbeit mit Bewegung, Tanz und Improvisation. Lernziel ist es, Charaktere aus der intensiven Körper- und Bewegungsarbeit zu kreieren und den Körper als Ausdrucksmittel zu verstehen und zu schulen. Die verschiedenen Konzepte aus den Laban/ Bartenieff Bewegungsstudien dienen als Grundlage zur Tanz – und Bewegungsentwicklung als auch zur Improvisation. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Integration von Körperbewusstheit räumlicher und sinnlicher Wahrnehmung.

Die Schauspielschüler/ Innen werden in die vier Kategorien, der Bewegungslehre eingeführt:

  • Form
  • Antrieb
  • Körper
  • Raum

Die Körperarbeit basiert auf den Prinzipien der Bartenieff Fundamentals und des Body Mind Centerings (BMC) Die Fundamentals sind eine in sich entwickelte Serie von Bewegungsabläufen die hauptsächlich Muskel und Gelenkketten aktivieren. Z.B. sind bei den meisten Menschen mit Rückenbeschwerden die Bewegungen des Oberkörpers nicht in den Unterkörper verankert. Auf die Veränderung eines Wirbels resultiert immer die kollektive Bewegung der gesamten Wirbelsäule. Durch Verspannung oder „Festhalten“ wird die Wirbelsäule in ihrer Mobilität gebremst. Die Bodenarbeit hilft uns hier angespannte Muskelgruppen loszulassen und die Schwerkraft für uns neu zu nutzen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit den Körpersystemen. Das Verschmelzen von Körperarbeit, Tanztechnik und Improvisation führt uns zu einem ganzheitlichen Training. Lassen wir uns von der Schwerkraft tragen oder müssen wir uns im Raum halten? Die kreative Erforschung unserer Bewegungsentwicklung hilft uns die Beziehung zur Schwerkraft, dem Boden und den Sinn für uns selbst neu zu erfahren.

Pilates

Die wesentlichen Prinzipien sind: Konzentration, Kontrolle, Zentrierung (Stärkung der Körpermitte „Powerhouse“), bewußte Atmung , Entspannung , Fließende Bewegungen (es gibt keine abrupten isolierten Bewegungen)

Die Pilates Methode: Joseph Hubert Pilates war Turner , Taucher ,Bodybuilder , Zirkusartist und arbeitete in England u.a. als Berufsboxer. Im 1. Weltkrieg wurde er interniert, Pilates kehrte nach dem ersten Weltkrieg nach Deutschland zurück und arbeitet mit wichtigen Vertretern der Bewegungslehre wie etwa Rudolf v. Laban. 1923 wanderte er in die USA aus und eröffnete sein Trainingsstudio auf Anraten Labans im Gebäude des New York City Balletts, was die Nähe der Methode zum Tanz erklärt.

Die Pilates-Methode ist ein ganzheitliches Körpertraining in dem vor allem die tiefliegende Muskelgruppen angesprochen werden.