Ausbildungsinhalte der Schauspielausbildung

„Die ganze Welt ist eine Bühne“ (Shakespeare)

Die Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg ist seit über fünfzig Jahren eine staatlich-BAföG-anerkannte private Berufsfachschule für Schauspiel und Performance. In den 3 Jahren Ausbildung vermitteln wir sowohl klassische, als auch innovative Schauspieltechniken. Hierbei steht ein vielfältiger und umfassender Lehrinhalt in 16 verschiedenen Einzelfächern, unterrichtet von insgesamt 17 Dozent*innen im Zentrum der Ausbildung.
(Bitte auf das jeweilige Fach klicken, um weitere Infos zu erhalten.)

ROLLENARBEIT – SCHAUSPIEL

ROLLENARBEIT

Die wichtigsten Werkzeuge für das Fach Rollenarbeit/Schauspiel werden in den Einzeldisziplinen: Sprecherziehung, Körperarbeit, Prinzip der Perzeption (Wahrnehmung), Gesangsunterricht, Bühnenkampf/Fechten (und weitere) in separierter, konzentrierter Form gelehrt. Die Schauspielschüler*innen erlernen hier das schauspielerische Handwerk. In diesem und anderen Fächern greifen sie einzelne Bausteine auf, um so auch komplexe Aufgaben der Rollengestaltung umzusetzen. Die Schauspielschüler*innen erwerben somit die Fähigkeit, fiktive Figuren auf der Bühne oder vor der Kamera authentisch darzustellen. So verknüpft das Fach Rollenarbeit/Schauspiel die vier Säulen Konzentration, Sprache, Körper und Sinne zu einer verschmelzenden Einheit.

Das Fach Rollenarbeit/Schauspiel gliedert sich während der Ausbildung in drei Phasen:

  • In der ersten Phase lernen die Schüler*innen sich selbst und während des Spielens einer Rolle sich als Schauspieler*in wahrzunehmen. Anhand von Dialogen, kleinen Szenen mit Situationswechseln, Sequenzen mit Konfliktpunkten u.a. werden die Fertigkeiten Wahrnehmen, Empfinden und Ausdrücken in der zu spielenden Rolle trainiert. Parallel dazu lernen die Schüler*innen in einem Gruppenprojekt, eigenständig ein eigenes Theaterstück zu realisieren.
  • Die zweite Phase umfasst eine konzentrierte Erarbeitung von ca. sechs unterschiedlichen Rollen je Schüler*in. Im Klassenverband wird unter der Leitung einer Dozent*in ein Theaterstück inszeniert, das im Anschluss in ca. 10 Aufführungen der Öffentlichkeit präsentiert wird.
  • In der dritten Phase wird die individuelle Erarbeitung von Rollen, im Hinblick auf die Abschlussprüfung und den Berufseinstieg, zielorientierter. Es werden unterschiedliche Rollen unter Berücksichtigung ihres persönlichen Stils und Ausdrucks erarbeiten. Mit dem Abschluss der Ausbildung besitzen die Schüler*innen schließlich auch die Fähigkeit Rollen eigenständig zu erarbeiten.

Während dieser Prozesse werden die psychologischen Aspekte der Figur mit dem Raum, der Handlung und den anderen Charakteren in Beziehung gesetzt. Parallel gestalten die Schauspieler*innen aktiv die psychologische Entwicklung seiner/ihrer zu spielenden Figur. Hierbei adaptieren die Schauspieler*innen die psychologischen Strukturen der Figur auf seine/ihre eigenen Erfahrungen und Empfindungen, so dass in der Darstellung der Figur der individuelle Stil des Schauspielers authentisch zum Ausdruck kommt. Die Dozent*innen der Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg coachen und unterstützen die Schauspielschüler*innen, sodass sie zu einer selbstbewussten künstlerischen Persönlichkeit reifen. Im Abschlusssemester wird ausführlich der Berufseinstieg und Karriereaufbau thematisiert. Die Schüler*innen lernen, sich souverän und überzeugend in Bewerbungsverfahren und Castings zu zeigen, sowie sich erfolgreich mit Präsentationsmappen und digitalen Medien zu vermarkten. Die kleinen Jahrgangsklassen, mit nicht mehr als 10 Schüler*innen je Klasse, ermöglichen es den Dozent*innen, im Einzel- und Kleingruppenunterricht intensiv und gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler*innen eingehen zu können. Ein souveränes Selbstbewusstsein und ein authentischer eigener künstlerischer Stil sind neben der künstlerischen Qualität entscheidende Merkmale für den beruflichen Erfolg als professionelle Schauspieler*in.

CHORSPRECHEN

CHORSPRECHEN

Das Ziel des Chorsprechens ist über die Wahrnehmung für das eigene Lesen und Sprechen hinaus eine Sensibilisierung für ein gemeinsames Agieren in einem Ensemble.

Anhand der Fünf Lese-Arten werden Schritt für Schritt verschiedene Texte erarbeitet. Im Mittelpunkt steht das Kennenlernen sowie die Unterscheidung verschiedener ausgewählter Textarten.

Zunächst beschäftigen wir uns mit dem Leben im Wort: Welche Energie tragen Worte in sich? Welche Zeiten tragen sie in sich? Wie setzen wir Empfindungen in Klang um? Welche Bewegungen zeigen sich in den Worten, in ihrer Klangordnung und wie bewegt uns das Wort? Welche Empfindungen können wir empfangen? Zu Beginn also soll die Sprache, das Wort, der Buchstabe im Vordergrund stehen. Wie gehen wir mit der Sprache um? Was tun wir mit dem Wort? Was tut das Wort mit uns? Dazu bieten Gedichte eine gute Arbeitsgrundlage, anhand derer die Artikulation und die eigenen Möglichkeiten im Umgang mit Wort und Sprache entdeckt, erkannt und geübt werden können.

PRINZIP DER PERZEPTION

PRINZIP DER PERZEPTION

Klare Ausdrucksweisen führen zu klarem Eindruck – Methoden helfen uns, eine Situation zu erzeugen, also zu spielen. Ergänzend dazu ist das Fach Prinzip der Perzeption – Also das Prinzip der Wahrnehmungsfähigkeit in all seinen unterschiedlichen Facetten.

Der Weg zu einem darstellerischen Ausdruck ist erschwert durch die eigenen Gewohnheiten – die oft zu einem eigenartigen Ausdruck führen. So ist das Erkennen und die Unterscheidung von Eigen- und Fremdanteilen im eigenen Handeln notwendig, um den Ausdruck der Schauspieler*in zu erweitern und zu festigen. Durch die Arbeit an den eigenen Sinneswahrnehmungen kommen die Studierenden zu einer erweiterten Form von Wahrnehmung. Das Möchten/ Wollen/ Sollen/ Dürfen/ Müssen/ Lassen wird zum eigenständigen Ausdruck – und dadurch die Gründe für eine spezifische Handlungen zum großen Teil erkennbar.

Die fundamentale Arbeit an den Sinneswahrnehmungen führt zur Erweckung der Atem/ Geräusch/ Laut/ Ton/ Klang/ Stimmführung und Stimmbildung hin zur artikulierten Wortbildung. Die Umsetzung dieses Prinzips der Perzeption ist die gelebte, erfahrene Wahrnehmungslehre. Diese Umsetzungsfähigkeit ist Grundvoraussetzung zu schöpferischer Fähigkeit (z.B. im Regietheater*) ohne an der eigenen Ausdrucksform Schaden zu nehmen.

Dieser Weg zur eigenen Spielfreude trägt in sich die Kraft, das Leistungsmaß zu akzeptieren (an sich und anderen). Mit dem Erreichen dieser Fähigkeit beginnt die Ensemblearbeit und Spielpraxis und der immer offene Weg zur Erweiterung dieser Arbeit am Aufbau und der Reifung zu neuen Aufgaben.

IMPROVISATION – SCHAUSPIEL

Improvisation

Die Schauspieler*in soll im Theateralltag dem Produktionsprozess nicht nur ausführend beiwohnen, sondern mit künstlerischer Eigenständigkeit am Gelingen des Ganzen partizipieren.

Darsteller*innen werden so zu wertvollen Partner*innen der Kolleg*innen und auch der Regie*. Wo sind die Schauspielenden Künstler*innen? Wo liegt der eigenschöpferische Akt der Schauspieler*innen? Um sich selbstverantwortlich am Entstehungsprozess der Figuren und Bühnensituationen zu beteiligen, brauchen die Schauspieler*innen ein flexibles, präzises Handwerk. Ziel ist, die von Regie- und Theaterleitung gestellten Anforderungen umzusetzen und gleichermaßen seine eigenen Vorstellungen mit einbringen zu können. Durch die Kunst des Improvisierens gewinnt die Darstellung des Schauspielenden an Kontur.

Ziele: Die Schauspieler*innen sollen nach drei Jahren Ausbildung die Fähigkeit erlangt haben, aus dem Unterrichtsfundus des Erlernten in der Rollengestaltung, durch Improvisation, Lösungen im Produktionsprozess anbieten zu können. Hierdurch wird nicht nur eine umfassende Rollengestaltung erreicht, sondern die Möglichkeit geschaffen, im Zusammenspiel mit weiteren Schauspieler*innen, sich Situationen in der Theaterwelt so zu nähern, dass das Produktionsziel, das durch Theaterleitung und Regie vorgegeben ist, erreicht werden kann.

1. Ausbildungsjahr: Kennenlernen der eigenen Gewohnheiten, Analyse und anschließende Auswertung. Das erste Jahr ist zunächst ergebnisorientiert (Problem erkannt – Problem gebannt). Mit Hilfe der Improvisation kann ein Problem erkannt, ausgewertet und durch Methodik bühnengerecht aufgelöst werden.

2. Ausbildungsjahr: Das im ersten Jahr erlernte Handwerk wird im szenischen Kontext angewendet. Hierzu stehen einige Techniken bereit, die innerhalb zweier Semester erlernt und trainiert werden.

3.Ausbildungsjahr: Im dritten Jahr gewinnt der literarische Text zunehmend an Bedeutung, hier wird die Synthese aus rollenspezifischer Gestaltung und improvisatorischem Freiraum gemeinsam mit den Schüler*innen entwickelt.

BASIC MOVEMENT

Basic movement

Die von Peter Ohrt speziell für das Bühnentheater entwickelte Technik von Basic Movement verbindet die traditionellen Ansätze europäischer, amerikanischer und angloamerikanischer Körperarbeit mit denen der asiatischen.

Diese Geist, Intellekt und Körper gleichermaßen berücksichtigende Theatertechnik bildet die Grundlagen für den kreativen Schaffensprozess, der zu einem sinngemäßen und ganzheitlich entwickelten theatralischen Ausdruck führen soll.

In der Praxis bedeutet das „Moven“:

  • Durch Bewegung den Körper wahrnehmen
  • In der Bewegung entspannen und Verspannungen auflösen
  • Mit der Bewegung in die Stimme gehen
  • In der Bewegung seinen Weg finden
  • Aus der Bewegung Spannung aufbauen

Durch die freie Bewegungsarbeit wird ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt, aus Ruhe und Stille in eine physische Lebendigkeit. Durch das Erkennen von körperlichen Panzerungen, Müdigkeit, Mustern und Gewohnheiten entdecken wir unsere Lebendigkeit. So wird an Wahrnehmung und dem authentischen Ausdruck trainiert. Wir bringen Eindrücke zum Ausdruck, kommen in uns zur Ruhe für die Arbeit an Schauspiel, Gesang und anderen Kunstformen.

Durch die Bewegung erlernen die Schüler*innen Fähigkeiten zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht ihre inneren Impulse auszudrücken und die von außen kommenden zu beantworten.

Den Körper sprechen zu lassen, heißt psychisches Befinden und körperlichen Ausdruck in Einklang zu bringen. Die Begegnung mit uns selbst macht uns offen für den Kontakt mit anderen. Wir sehen unsere eigenen Gewohnheiten und die der anderen, durchschauen sie, lernen sie zu akzeptieren und die Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen.

Die Basis dieser Arbeit werden unsere alltäglichen Erfahrungen sein. In den einfachen Elementen wie: Gehen / Sitzen / Stehen/ Liegen bewegen wir uns zwischen: oben und unten / innen und außen / öffnen und schließen / allein und gemeinsam. Wir erleben in dieser Bewegung: Nähe und Distanz / Spiel / Tanz und Kampf.

Danach wird die Bewegung durch den Wechsel der freien Exploration und dem Erlernen einer Form verdichtet. Durch die Form schaffen wir uns ein gemeinsames Bewegungsvokabular, durchbrechen es dann und gehen über sie hinaus in spielerische Anwendung. Zur Arbeit gehören Einzel.-, Partner- und Gruppenimprovisationen.

Grundlagen des Körpertrainings werden sein:

  • Bewegung aus der Entspannung
  • Arbeit an der Sequenz der Bewegung (Movement Ritual, entwickelt von Anna Halprin, San Francisco)
  • Arbeit zur Findung der Körperbalance
  • Elemente des Tanzes und des Kampfes (u.a. Contact-Improvisationen, Tai Chi, Aikido, Capoeira)

ROLLE & RHYTHMUS – SCHAUSPIEL

Rhythmik ist Basisarbeit: Die Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg lehrt rhythmische Strukturen im Körper hörbar zu machen, den Körper als Musikinstrument zu nutzen und in Schwung zu versetzen. Lernziel ist es, körperliche Gewohnheiten zu erkennen, zu analysieren und auszuwerten. Durch die Verbindung von innerer und äußerer Bewegung im Raum wird die Wahrnehmung körperimmanenter Prozesse intensiviert.

Körperrhythmik
Rhythmus ist nicht nur die Basis musikalischer Praxis, er ist Grundelement des Lebens überhaupt. Indem wir lernen, mit Händen, Füßen und Stimme einfache poly-rhythmische Strukturen darzustellen, lernen wir, unseren Körper als Instrument zu benutzen. Das mag zu tiefgreifenden Änderungen des Körperbewusstseins führen: eine verbesserte Bodenständigkeit, eine neue Koordination der rechten und linken Seite, ein stetigerer Herz- und Atemrhythmus bewirken eine deutlichere Wahrnehmung der Bewegung des Körpers im Raum. Die Übungen werden überwiegend im Kreis, in der Gruppe ausgeführt. Die Gruppe ist dabei für den Einzelnen sowohl Basis als auch Korrektiv beim Erfahren und Erweitern der eigenen Möglichkeiten. Selbsterfahrung ist jedoch nur eine (mögliche) Seite der Übungen. Wenn wir rhythmische Patterns mit Klatschen, Stimme und elementaren Tanzschritten hörbar machen oder auf einfache Percussions-Instrumente übertragen, schaffen wir uns die Basis nicht nur für vielfältige musikalische Improvisationen, sondern auch einen grundlegenden Bezug zum Bewegungstheater.

Klangräume
Ist Rhythmus (musikalische) Bewegung, dann bewirkt der Klang das Gefühl, das Musik in den Hörer*innen entstehen kann. Klang öffnet und schafft Räume und hat deshalb im Theater eine ähnliche Funktion wie das Licht. Wir leben in einer Kultur, die weitgehend und immer mehr durch visuelle Eindrücke bestimmt ist – man kann von einer Dominanz des Auges über das Ohr sprechen. Akustische Eindrücke bleiben im Alltag häufig auf einer unbewussten Ebene, prägen aber dennoch (oder gerade deshalb) unser Gefühl von einer Situation. In diesem Abschnitt wollen wir unsere Ohren öffnen, indem wir uns Parameter schaffen für die unterschiedliche Qualität der uns umgebenden Klänge. Gleichzeitig wollen wir mit einfachen Mitteln Klänge herstellen, die wir bewusst für theatralische Situationen verwenden können.

BEWEGUNGSANALYSE NACH LABAN/BARTENIEFF

Die Bewegungsstudien nach Laban/ Bartenieff sind ein wesentliches Handwerkszeug für jegliche Arbeit mit Bewegung, Tanz und Improvisation.

Die Schauspielschüler*innen werden in die vier Kategorien, der Bewegungslehre – Form, Antrieb, Körper und Raum – eingeführt. Lernziel ist es, Charaktere aus der intensiven Körper- und Bewegungsarbeit zu kreieren und den Körper als Ausdrucksmittel zu verstehen und zu schulen. Die verschiedenen Konzepte aus den Laban/ Bartenieff Bewegungsstudien dienen als Grundlage zur Tanz – und Bewegungsentwicklung als auch zur Improvisation. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Integration von Körperbewusstheit räumlicher und sinnlicher Wahrnehmung.
Die Körperarbeit basiert auf den Prinzipien der Bartenieff Fundamentals und des Body Mind Centerings (BMC).

Die Fundamentals sind eine in sich entwickelte Serie von Bewegungsabläufen die hauptsächlich Muskel und Gelenkketten aktivieren. Z.B. sind bei den meisten Menschen mit Rückenbeschwerden die Bewegungen des Oberkörpers nicht in den Unterkörper verankert. Auf die Veränderung eines Wirbels resultiert immer die kollektive Bewegung der gesamten Wirbelsäule. Durch Verspannung oder „Festhalten“ wird die Wirbelsäule in ihrer Mobilität gebremst. Die Bodenarbeit hilft uns hier angespannte Muskelgruppen loszulassen und die Schwerkraft für uns neu zu nutzen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit den Körpersystemen. Das Verschmelzen von Körperarbeit, Tanztechnik und Improvisation führt uns zu einem ganzheitlichen Training. Lassen wir uns von der Schwerkraft tragen oder müssen wir uns im Raum halten?

  • Rudolf v. Laban war Choreograph, Tänzer und Pionier der modernen Bewegungsforschung. Er eröffnete dem Verständnis der nonverbalen Kommunikation neue Wege.
  • Irmgard Bartenieff war Schülerin, Laban’s Tänzerin und Physiotherapeutin (Bobath) und brachte seine Lehre in die USA. Sie hat eine Anzahl von Prinzipien gefunden, in denen die Körperverbundenheit im Mittelpunkt steht (Muskelketten sind effektiver als Muskelkraft). Die Essenz dieser Bewegungsprinzipien hat sie in schlichten fundamentalen Übungen zusammengefasst. Den Bartenieff-Fundamentals.
  • Bonnie Bainbridge –Cohen begann ihren Weg als Ergotherapeutin. Sie entwickelte mit ihrem Mann die Methode des Body Mind Centerings (BMC). BMC ist ein erfahrungsbetontes Studium, dass auf anatomischen, physiologischen, psychologischen und entwicklungsgeschichtlichen Prinzipien basiert. Die Körpersysteme (Organe, Knochen, Flüssigkeiten, Nervensystem etc.) stehen mit verschiedenen Energien und Bewegungsqualitäten in Verbindung. Die kreative Erforschung unserer Bewegungsentwicklung hilft uns die Beziehung zur Schwerkraft, dem Boden und den Sinn für uns selbst neu zu erfahren.

THEATERGESCHICHTE

Theatergeschichte soll Einblicke in die Entwicklung des Theaters gewähren, von der Antike bis zur Gegenwart.
Das Ziel ist, durch exemplarisches Lernen das, was an einem Werk, einer Autor*in, einer Zeit erkannt wurde, selbstständig auf andere Werke, Autor*innen und Zeiten anwenden zu können. Aus diesem Grund werden einzelne Werke und Autor*innen in ihrer besonderen Bedeutung und Signifikanz (sprachlich, inhaltlich, dramaturgisch u.a.) kenntlich gemacht durch Einbettung in die jeweilige Entwicklung des Theaters. Dazu gehören gesellschaftliche Zusammenhänge, Wechselbeziehungen zu anderen Kunstformen etc. ebenso wie z.B. die Entwicklung von Bühnentechnik, Inszenierung, Bühnenbild. Theatergeschichte soll die sprachliche Kunstform ebenso kenntlich machen wie die historischen und theatergeschichtlichen Zusammenhänge, in denen Autor*innen wie Schauspieler*innen standen und stehen.

Sie soll das Interesse für größere Zusammenhänge wecken und den Blick weiten – In der Diskussion all dessen sollen die Schüler*innen verstehen lernen, dass sie Teil einer langen Tradition sind, die – um nicht künstlerisch zu erstarren, produktiv weiterentwickelt werden muss – auch von ihnen selbst.

BÜHNENFECHTEN – BÜHNENKAMPF

Im modernen Bühnenkampf kommunizieren die Darsteller*innen auf vielen unterschiedlichen Ebenen miteinander. So schult Bühnenkampf die Wahrnehmung der Partner*in und der Umgebung. Er bietet den Schauspieler*innen eine weitere handwerkliche Möglichkeit, Facetten einer von ihnen geschaffenen Figur auszudrücken. Um für die Zuschauer*innen die glaubwürdige Illusion eines Kampfes zu erzeugen, aber zugleich die körperliche Unversehrtheit der beteiligten Darsteller*innen zu erhalten, lernen die Partner*innen nicht nur, in einer Choreographie zusammen zu arbeiten, sondern auch, wie sich Menschen beim Kämpfen verhalten, d.h. wie sich eine Figur im Verlauf einer Kampfszene psychologisch entwickelt.

  • Durch das Erlernen des Bühnenkampfes oder Szenischer Kampfes erlernen die Schüler*innen ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit, ohne das es rasch zu eigentlich unnötigen Verletzungen kommen kann. Ausserdem wird eine präzise Teamfähigkeit gefordert, da eine Kampfszene nur dann funktioniert, wenn alle Beteiligten sich aufeinander einlassen und verlassen können.

GESANGSUNTERRICHT

Der Fokus des Unterrichts liegt auf dem intensiven Atemtraining sowie dem professionellen Umgang mit dem Registerwechsel. Durch gezielte Atem-Methoden wird das Bewusstsein der Stimme geschult und gefestigt.

Ziel ist es durch Harmonisierung und Hörbarmachen des Atems die Stimme zu finden und zum Ausdruck zu bringen. Im Gesangsunterricht wird mit Atemübungen, Lockerungsübungen und Übungen zur Erschließung der Resonanzkörper, der eigene Körper als Instrument bzw. als Klangkörper wahrgenommen und entwickelt. In Rhythmusübungen, Improvisationsspielen und mit Hilfe der Solmisation (Benennung der einzelnen Tonschritte) werden das Hören trainiert und die Grundlagen für das selbstständige Erlernen und einstudieren eines Liedes geschaffen.

Ab dem 4. Semester erfolgt Einzelunterricht, in dem individuell auf die jeweilige Stimme eingegangen wird. Ein eigenes Aufwärm- bzw. Einsingprogramm wird erstellt und die Schüler*in lernt auf die Bedürfnisse ihrer/seiner Stimme einzugehen.

Techniken für unterschiedliche Musikstile werden erlernt – Ein eigenes Gesangsrepertoire wird erarbeitet, dieses wird in internen und öffentlichen Liederabenden präsentiert. Ziel des Unterrichts ist die Freude am Singen und am eigenen Ausdruck, der gesunde, verantwortungsvolle Umgang mit der Stimme und das Einschätzen der eigenen, sängerischen Fähigkeiten.

CAMERA ACTING

Vor der Kamera gilt es, sein Spiel auf die Bedürfnisse des Mediums Film anzupassen, hierzu müssen einige Dinge gelernt, bzw. beachtet werden.
Der Unterricht im Fach Camera acting beinhaltet unter anderem:

  • Generelle Vorgehensweisen beim Film
  • Welche Methoden sind für die Arbeit vor der Kamera geeignet? Welche besser nicht?
  • Klärung von Fachterminologie beim Film
  • Arbeiten in den verschiedenen Einstellungen: Close up, Totale, Halbtotale, was ist zu beachten?
  • Wie bewege ich mich in den verschiedenen Einstellungen?
  • Auf und Abgang ,Anschlüsse, Continuity
  • Vorbereitung von Spielangeboten für die Regie
  • Arbeit mit Markierungen , wie arbeitet man mit ihnen?
  • Drehbuchanalyse, Schritt für Schritt. Analyse des Verlaufs einer Szene
  • Charakteranalyse, wie gestalte ich eine interessante Figur für den Film?
  • Wie finde ich den Rhythmus einer Szene ?

Auf jede Lerneinheit folgen ausgiebige praktische Übungen, um Gelerntes zu festigen. Unser Dozent Ulrich Bähnk hat über 20 Jahre Erfahrung als Schauspieler und spielte jahrelang Haupt -und Nebenrollen in verschiedenen Serien- und Film-Produktionen, z.B. „Die Rettungsflieger“ (ZDF), „Der Landarzt“, „Tatort“, „Der Dicke“, „Soko Wismar“, „Notruf Hafenkante“ u.v.m.

PHONETIK, SPRECHERZIEHUNG UND STIMMFÜHRUNG

Die Siebsche Bühnensprache, auch gemäßigte Hochlautung genannt, gilt als Norm für
Schauspieler*innen. Um zu dieser genormten Lautung zu gelangen, sind verschiedene Schritte hilfreich. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen den einzelnen deutschen Sprachlauten und ihrer Kombination zu Wörtern und Syntagmen (Sequenzen). Die Schüler*in muss hören lernen, d.h. sie muss die gewohnten Kategorien, in denen sie hört „aufbrechen“, um neue wahrnehmen zu können. Kann er die unterschiedlichen Laute erkennen, liegt der nächste Schritt darin, diese Laute selber zu produzieren. Dabei ist es außerordentlich wichtig, die Schüler dahin zu führen, sich der Lautproduktion bewusst zu werden, die Unterschiede zwischen den einzelnen Lauten wahrzunehmen und die Eigenschaften, die jedem Laut innewohnen sowie die Artikulationsstellungen zu fühlen.

Um diesen Prozess zu unterstützen, verwenden wir die Symbole des internationalen Phonetischen Alphabets . Es hilft, sich die Unterschiede zu vergegenwärtigen, die die Orthografie manchmal aufhebt. Bei der Beschreibung der einzelnen Laute führen wir in die dazugehörige phonetische Begriffswelt ein. Sprachlaute alleine sind noch keine Worte und ergeben keine Sprache. Deshalb müssen die erkannten Sprachlaute in Kombinationen, die Wörter und letztlich Sätze ergeben, geübt werden. Das wichtige dabei ist, dass der Schüler lernt, diese Worte auch mit ihrer Bedeutung zu artikulieren, da es sich um natürliche Sprache handelt.

Sobald man zu Worten übergeht, kommt ein weiterer Bestandteil hinzu: beim Zusammenfügen der einzelnen Sprachlaute zu Wörtern und Sätzen gilt es Regeln zu beachten. Diese Regeln sind ein wichtiger Teil der genormten Hochlautung. Eine korrekte Artikulation allein reicht nicht, um einen geschriebenen Text in gesprochene Sprache zu übertragen. Deshalb ist es uns wichtig, die Zusammenhänge zwischen Orthografie und Aussprache zu vermitteln. Wir glauben, diese Inhalte können wir nur an die Schüler weitergeben, wenn sie Interesse am Tun haben und aus ihrer eigenen Erfahrung zur Erkenntnis gelangen. Nur wenn der Schauspieler durch diese Erkenntnis seine Sprache wie ein Werkzeug benutzen kann, wird es ihm möglich sein, eine Rolle mit all ihren sprachlichen Facetten auszufüllen.

BOXEN

Körperliche Fitness und eine gute Koordinationsfähigkeit ist absolute Voraussetzung für die Ausübung des Schauspieler*innen-Berufes. Boxtraining eignet sich daher sehr gut, um sich diesen beiden Punkten zu näher.
Es gibt kaum eine andere Sportart, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist so herausfordert, wie der Box-Sport. Durch ausdauerndes Zirkeltraining in Kombination mit Boxtraining verbrennt man in einer Stunde bis zu 1000 Kalorien.
Boxen fördert außerdem die Willensstärke und Konzentration, gibt Durchsetzungskraft und fördert das Selbstbewusstsein.
Die Unterrichts-Einheiten bestehen aus:

  • Umfassendes Warm Up
  • gesunde Dehnübungen
  • Atemtechnik
  • Partner*innenübungen – Schlagkraft & Koordination
  • Konditionsübungen (Kondition ist eine Mischung aus: Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer)
  • Durch Veränderung der Intervalle beim Box-Training erwirken wir eine Verschnellerung der Reaktionszeit

Wir boxen übrigens ausschließlich mit Bandagen und Boxhandschuhen, Sicherheit ist uns hier sehr wichtig, da beim Boxen bestimmte Muskelgruppen extrem strapaziert werden. Das Verletzungsrisiko beim Boxen ist erfahrungsgemäß geringer als z.B. beim Ballett.

YOGA

Regelmäßige Yoga-Übungen gehören zum festen Bestandteil der Ausbildung an der Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg.
Unterrichtet wird nach dem Kundalini-Yoga – einem dynamischen Yoga-Stil, in dem sich Körperübung mit Entspannung und Meditation abwechseln. Ziel ist es Muskeln zu stärken und zu lockern sowie durch Entspannung Blockaden und Verspannungen zu lösen.

Eine Übungsreihe wird als „Kriya“ bezeichnet. Eine typische Übungsfolge (Kriya) besteht aus 45 Minuten verschiedener körperlicher Übungen und Haltungen. Dann folgen 15 Minuten Entspannung im Liegen und eine daran anschließende Meditation.

Die Vorteile des Yoga sind:

  • Stärkung der Urteilskraft im Bezug auf Situationen
  • Senkung des Leistungsdrucks – einer modernen Zivilisationskrankheit
  • Bessere Entschlackung durch vermehrte Tätigkeit der Leber – mehr Wohlbefinden
  • Zufriedenheit und Ausgeglichenheit fördern eine bessere Haltung und entspannen die Gesichtsmuskeln
  • Gesteigerte Kommunikationsfähigkeit
  • Durch das ausgewogenere Zusammenspiel der Nervensysteme steigt die Flexibilität und damit die Leistungsfähigkeit
  • Mit einer offenen Einstellung erreicht man mehr Vertrauen und Respekt seitens der Mitmenschen

MODERNER TANZ UND KÖRPERARBEIT

Die Bewegungsstudien nach Laban/ Bartenieff sind ein wesentliches Handwerkszeug für jegliche Arbeit mit Bewegung, Tanz und Improvisation. Lernziel ist es, Charaktere aus der intensiven Körper- und Bewegungsarbeit zu kreieren und den Körper als Ausdrucksmittel zu verstehen und zu schulen. Die verschiedenen Konzepte aus den Laban/ Bartenieff Bewegungsstudien dienen als Grundlage zur Tanz – und Bewegungsentwicklung als auch zur Improvisation. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Integration von Körperbewusstheit räumlicher und sinnlicher Wahrnehmung.

Die Schauspielschüler*innen werden in die vier Kategorien, der Bewegungslehre eingeführt:

  • Form
  • Antrieb
  • Körper
  • Raum

Die Körperarbeit basiert auf den Prinzipien der Bartenieff Fundamentals und des Body Mind Centerings (BMC)
Die Fundamentals sind eine in sich entwickelte Serie von Bewegungsabläufen die hauptsächlich Muskel und Gelenkketten aktivieren. Z.B. sind bei den meisten Menschen mit Rückenbeschwerden die Bewegungen des Oberkörpers nicht in den Unterkörper verankert. Auf die Veränderung eines Wirbels resultiert immer die kollektive Bewegung der gesamten Wirbelsäule. Durch Verspannung oder Festhalten wird die Wirbelsäule in ihrer Mobilität gebremst. Die Bodenarbeit hilft uns hier angespannte Muskelgruppen loszulassen und die Schwerkraft für uns neu zu nutzen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit den Körpersystemen. Das Verschmelzen von Körperarbeit, Tanztechnik und Improvisation führt uns zu einem ganzheitlichen Training. Lassen wir uns von der Schwerkraft tragen oder müssen wir uns im Raum halten? Die kreative Erforschung unserer Bewegungsentwicklung hilft uns die Beziehung zur Schwerkraft, dem Boden und den Sinn für uns selbst neu zu erfahren.

PILATES

Die wesentlichen Prinzipien sind: Konzentration, Kontrolle, Zentrierung (Stärkung der Körpermitte „Powerhouse“), bewußte Atmung, Entspannung , Fließende Bewegungen (es gibt keine abrupten isolierten Bewegungen)

Die Pilates Methode: Joseph Hubert Pilates war Turner, Taucher, Bodybuilder, Zirkusartist und arbeitete in England u.a. als Berufsboxer. Im 1. Weltkrieg wurde er interniert, Pilates kehrte nach dem ersten Weltkrieg nach Deutschland zurück und arbeitet mit wichtigen Vertreter*innen der Bewegungslehre wie etwa Rudolf v. Laban. 1923 wanderte er in die USA aus und eröffnete sein Trainingsstudio auf Anraten Labans im Gebäude des New York City Balletts, was die Nähe der Methode zum Tanz erklärt.

Die Pilates-Methode ist ein ganzheitliches Körpertraining, in dem vor allem die tiefliegende Muskelgruppen angesprochen werden.

ROLLENARBEIT

Die wichtigsten Werkzeuge für das Fach Rollenarbeit/Schauspiel werden in den Einzeldisziplinen: Sprecherziehung, Körperarbeit, Prinzip der Perzeption (Wahrnehmung), Gesangsunterricht, Bühnenkampf/Fechten (und weitere) in separierter, konzentrierter Form gelehrt. Die Schauspielschüler*innen erlernen hier das schauspielerische Handwerk. In diesem und anderen Fächern greifen sie einzelne Bausteine auf, um so auch komplexe Aufgaben der Rollengestaltung umzusetzen. Die Schauspielschüler*innen erwerben somit die Fähigkeit, fiktive Figuren auf der Bühne oder vor der Kamera authentisch darzustellen. So verknüpft das Fach Rollenarbeit/Schauspiel die vier Säulen Konzentration, Sprache, Körper und Sinne zu einer verschmelzenden Einheit.

Das Fach Rollenarbeit/Schauspiel gliedert sich während der Ausbildung in drei Phasen:

  • In der ersten Phase lernen die Schüler*innen sich selbst und während des Spielens einer Rolle sich als Schauspieler*in wahrzunehmen. Anhand von Dialogen, kleinen Szenen mit Situationswechseln, Sequenzen mit Konfliktpunkten u.a. werden die Fertigkeiten Wahrnehmen, Empfinden und Ausdrücken in der zu spielenden Rolle trainiert. Parallel dazu lernen die Schüler*innen in einem Gruppenprojekt, eigenständig ein eigenes Theaterstück zu realisieren.
  • Die zweite Phase umfasst eine konzentrierte Erarbeitung von ca. sechs unterschiedlichen Rollen je Schüler*in. Im Klassenverband wird unter der Leitung einer Dozent*in ein Theaterstück inszeniert, das im Anschluss in ca. 10 Aufführungen der Öffentlichkeit präsentiert wird.
  • In der dritten Phase wird die individuelle Erarbeitung von Rollen, im Hinblick auf die Abschlussprüfung und den Berufseinstieg, zielorientierter. Es werden unterschiedliche Rollen unter Berücksichtigung ihres persönlichen Stils und Ausdrucks erarbeiten. Mit dem Abschluss der Ausbildung besitzen die Schüler*innen schließlich auch die Fähigkeit Rollen eigenständig zu erarbeiten.

Während dieser Prozesse werden die psychologischen Aspekte der Figur mit dem Raum, der Handlung und den anderen Charakteren in Beziehung gesetzt. Parallel gestalten die Schauspieler*innen aktiv die psychologische Entwicklung seiner/ihrer zu spielenden Figur. Hierbei adaptieren die Schauspieler*innen die psychologischen Strukturen der Figur auf seine/ihre eigenen Erfahrungen und Empfindungen, so dass in der Darstellung der Figur der individuelle Stil des Schauspielers authentisch zum Ausdruck kommt. Die Dozent*innen der Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg coachen und unterstützen die Schauspielschüler*innen, sodass sie zu einer selbstbewussten künstlerischen Persönlichkeit reifen. Im Abschlusssemester wird ausführlich der Berufseinstieg und Karriereaufbau thematisiert. Die Schüler*innen lernen, sich souverän und überzeugend in Bewerbungsverfahren und Castings zu zeigen, sowie sich erfolgreich mit Präsentationsmappen und digitalen Medien zu vermarkten. Die kleinen Jahrgangsklassen, mit nicht mehr als 10 Schüler*innen je Klasse, ermöglichen es den Dozent*innen, im Einzel- und Kleingruppenunterricht intensiv und gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler*innen eingehen zu können. Ein souveränes Selbstbewusstsein und ein authentischer eigener künstlerischer Stil sind neben der künstlerischen Qualität entscheidende Merkmale für den beruflichen Erfolg als professionelle Schauspieler*in.

CHORSPRECHEN

Das Ziel des Chorsprechens ist über die Wahrnehmung für das eigene Lesen und Sprechen hinaus eine Sensibilisierung für ein gemeinsames Agieren in einem Ensemble.

Anhand der Fünf Lese-Arten werden Schritt für Schritt verschiedene Texte erarbeitet. Im Mittelpunkt steht das Kennenlernen sowie die Unterscheidung verschiedener ausgewählter Textarten.

Zunächst beschäftigen wir uns mit dem Leben im Wort: Welche Energie tragen Worte in sich? Welche Zeiten tragen sie in sich? Wie setzen wir Empfindungen in Klang um? Welche Bewegungen zeigen sich in den Worten, in ihrer Klangordnung und wie bewegt uns das Wort? Welche Empfindungen können wir empfangen? Zu Beginn also soll die Sprache, das Wort, der Buchstabe im Vordergrund stehen. Wie gehen wir mit der Sprache um? Was tun wir mit dem Wort? Was tut das Wort mit uns? Dazu bieten Gedichte eine gute Arbeitsgrundlage, anhand derer die Artikulation und die eigenen Möglichkeiten im Umgang mit Wort und Sprache entdeckt, erkannt und geübt werden können.

PRINZIP DER PERZEPTION

Klare Ausdrucksweisen führen zu klarem Eindruck – Methoden helfen uns, eine Situation zu erzeugen, also zu spielen. Ergänzend dazu ist das Fach Prinzip der Perzeption – Also das Prinzip der Wahrnehmungsfähigkeit in all seinen unterschiedlichen Facetten.

Der Weg zu einem darstellerischen Ausdruck ist erschwert durch die eigenen Gewohnheiten – die oft zu einem eigenartigen Ausdruck führen. So ist das Erkennen und die Unterscheidung von Eigen- und Fremdanteilen im eigenen Handeln notwendig, um den Ausdruck der Schauspieler*in zu erweitern und zu festigen. Durch die Arbeit an den eigenen Sinneswahrnehmungen kommen die Studierenden zu einer erweiterten Form von Wahrnehmung. Das Möchten/ Wollen/ Sollen/ Dürfen/ Müssen/ Lassen wird zum eigenständigen Ausdruck – und dadurch die Gründe für eine spezifische Handlungen zum großen Teil erkennbar.

Die fundamentale Arbeit an den Sinneswahrnehmungen führt zur Erweckung der Atem/ Geräusch/ Laut/ Ton/ Klang/ Stimmführung und Stimmbildung hin zur artikulierten Wortbildung. Die Umsetzung dieses Prinzips der Perzeption ist die gelebte, erfahrene Wahrnehmungslehre. Diese Umsetzungsfähigkeit ist Grundvoraussetzung zu schöpferischer Fähigkeit (z.B. im Regietheater*) ohne an der eigenen Ausdrucksform Schaden zu nehmen.

Dieser Weg zur eigenen Spielfreude trägt in sich die Kraft, das Leistungsmaß zu akzeptieren (an sich und anderen). Mit dem Erreichen dieser Fähigkeit beginnt die Ensemblearbeit und Spielpraxis und der immer offene Weg zur Erweiterung dieser Arbeit am Aufbau und der Reifung zu neuen Aufgaben.

Improvisation

Die Schauspieler*in soll im Theateralltag dem Produktionsprozess nicht nur ausführend beiwohnen, sondern mit künstlerischer Eigenständigkeit am Gelingen des Ganzen partizipieren.

Darsteller*innen werden so zu wertvollen Partner*innen der Kolleg*innen und auch der Regie*. Wo sind die Schauspielenden Künstler*innen? Wo liegt der eigenschöpferische Akt der Schauspieler*innen? Um sich selbstverantwortlich am Entstehungsprozess der Figuren und Bühnensituationen zu beteiligen, brauchen die Schauspieler*innen ein flexibles, präzises Handwerk. Ziel ist, die von Regie- und Theaterleitung gestellten Anforderungen umzusetzen und gleichermaßen seine eigenen Vorstellungen mit einbringen zu können. Durch die Kunst des Improvisierens gewinnt die Darstellung des Schauspielenden an Kontur.

Ziele: Die Schauspieler*innen sollen nach drei Jahren Ausbildung die Fähigkeit erlangt haben, aus dem Unterrichtsfundus des Erlernten in der Rollengestaltung, durch Improvisation, Lösungen im Produktionsprozess anbieten zu können. Hierdurch wird nicht nur eine umfassende Rollengestaltung erreicht, sondern die Möglichkeit geschaffen, im Zusammenspiel mit weiteren Schauspieler*innen, sich Situationen in der Theaterwelt so zu nähern, dass das Produktionsziel, das durch Theaterleitung und Regie vorgegeben ist, erreicht werden kann.

1. Ausbildungsjahr: Kennenlernen der eigenen Gewohnheiten, Analyse und anschließende Auswertung. Das erste Jahr ist zunächst ergebnisorientiert (Problem erkannt – Problem gebannt). Mit Hilfe der Improvisation kann ein Problem erkannt, ausgewertet und durch Methodik bühnengerecht aufgelöst werden.

2. Ausbildungsjahr: Das im ersten Jahr erlernte Handwerk wird im szenischen Kontext angewendet. Hierzu stehen einige Techniken bereit, die innerhalb zweier Semester erlernt und trainiert werden.

3.Ausbildungsjahr: Im dritten Jahr gewinnt der literarische Text zunehmend an Bedeutung, hier wird die Synthese aus rollenspezifischer Gestaltung und improvisatorischem Freiraum gemeinsam mit den Schüler*innen entwickelt.

Basic movement

Die von Peter Ohrt speziell für das Bühnentheater entwickelte Technik von Basic Movement verbindet die traditionellen Ansätze europäischer, amerikanischer und angloamerikanischer Körperarbeit mit denen der asiatischen.

Diese Geist, Intellekt und Körper gleichermaßen berücksichtigende Theatertechnik bildet die Grundlagen für den kreativen Schaffensprozess, der zu einem sinngemäßen und ganzheitlich entwickelten theatralischen Ausdruck führen soll.

In der Praxis bedeutet das „Moven“:

  • Durch Bewegung den Körper wahrnehmen
  • In der Bewegung entspannen und Verspannungen auflösen
  • Mit der Bewegung in die Stimme gehen
  • In der Bewegung seinen Weg finden
  • Aus der Bewegung Spannung aufbauen

Durch die freie Bewegungsarbeit wird ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt, aus Ruhe und Stille in eine physische Lebendigkeit. Durch das Erkennen von körperlichen Panzerungen, Müdigkeit, Mustern und Gewohnheiten entdecken wir unsere Lebendigkeit. So wird an Wahrnehmung und dem authentischen Ausdruck trainiert. Wir bringen Eindrücke zum Ausdruck, kommen in uns zur Ruhe für die Arbeit an Schauspiel, Gesang und anderen Kunstformen.

Durch die Bewegung erlernen die Schüler*innen Fähigkeiten zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht ihre inneren Impulse auszudrücken und die von außen kommenden zu beantworten.

Den Körper sprechen zu lassen, heißt psychisches Befinden und körperlichen Ausdruck in Einklang zu bringen. Die Begegnung mit uns selbst macht uns offen für den Kontakt mit anderen. Wir sehen unsere eigenen Gewohnheiten und die der anderen, durchschauen sie, lernen sie zu akzeptieren und die Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen.

Die Basis dieser Arbeit werden unsere alltäglichen Erfahrungen sein. In den einfachen Elementen wie: Gehen / Sitzen / Stehen/ Liegen bewegen wir uns zwischen: oben und unten / innen und außen / öffnen und schließen / allein und gemeinsam. Wir erleben in dieser Bewegung: Nähe und Distanz / Spiel / Tanz und Kampf.

Danach wird die Bewegung durch den Wechsel der freien Exploration und dem Erlernen einer Form verdichtet. Durch die Form schaffen wir uns ein gemeinsames Bewegungsvokabular, durchbrechen es dann und gehen über sie hinaus in spielerische Anwendung. Zur Arbeit gehören Einzel.-, Partner- und Gruppenimprovisationen.

Grundlagen des Körpertrainings werden sein:

  • Bewegung aus der Entspannung
  • Arbeit an der Sequenz der Bewegung (Movement Ritual, entwickelt von Anna Halprin, San Francisco)
  • Arbeit zur Findung der Körperbalance
  • Elemente des Tanzes und des Kampfes (u.a. Contact-Improvisationen, Tai Chi, Aikido, Capoeira)

Rhythmik ist Basisarbeit: Die Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg lehrt rhythmische Strukturen im Körper hörbar zu machen, den Körper als Musikinstrument zu nutzen und in Schwung zu versetzen. Lernziel ist es, körperliche Gewohnheiten zu erkennen, zu analysieren und auszuwerten. Durch die Verbindung von innerer und äußerer Bewegung im Raum wird die Wahrnehmung körperimmanenter Prozesse intensiviert.

Körperrhythmik
Rhythmus ist nicht nur die Basis musikalischer Praxis, er ist Grundelement des Lebens überhaupt. Indem wir lernen, mit Händen, Füßen und Stimme einfache poly-rhythmische Strukturen darzustellen, lernen wir, unseren Körper als Instrument zu benutzen. Das mag zu tiefgreifenden Änderungen des Körperbewusstseins führen: eine verbesserte Bodenständigkeit, eine neue Koordination der rechten und linken Seite, ein stetigerer Herz- und Atemrhythmus bewirken eine deutlichere Wahrnehmung der Bewegung des Körpers im Raum. Die Übungen werden überwiegend im Kreis, in der Gruppe ausgeführt. Die Gruppe ist dabei für den Einzelnen sowohl Basis als auch Korrektiv beim Erfahren und Erweitern der eigenen Möglichkeiten. Selbsterfahrung ist jedoch nur eine (mögliche) Seite der Übungen. Wenn wir rhythmische Patterns mit Klatschen, Stimme und elementaren Tanzschritten hörbar machen oder auf einfache Percussions-Instrumente übertragen, schaffen wir uns die Basis nicht nur für vielfältige musikalische Improvisationen, sondern auch einen grundlegenden Bezug zum Bewegungstheater.

Klangräume
Ist Rhythmus (musikalische) Bewegung, dann bewirkt der Klang das Gefühl, das Musik in den Hörer*innen entstehen kann. Klang öffnet und schafft Räume und hat deshalb im Theater eine ähnliche Funktion wie das Licht. Wir leben in einer Kultur, die weitgehend und immer mehr durch visuelle Eindrücke bestimmt ist – man kann von einer Dominanz des Auges über das Ohr sprechen. Akustische Eindrücke bleiben im Alltag häufig auf einer unbewussten Ebene, prägen aber dennoch (oder gerade deshalb) unser Gefühl von einer Situation. In diesem Abschnitt wollen wir unsere Ohren öffnen, indem wir uns Parameter schaffen für die unterschiedliche Qualität der uns umgebenden Klänge. Gleichzeitig wollen wir mit einfachen Mitteln Klänge herstellen, die wir bewusst für theatralische Situationen verwenden können.

Die Bewegungsstudien nach Laban/ Bartenieff sind ein wesentliches Handwerkszeug für jegliche Arbeit mit Bewegung, Tanz und Improvisation.

Die Schauspielschüler*innen werden in die vier Kategorien, der Bewegungslehre – Form, Antrieb, Körper und Raum – eingeführt. Lernziel ist es, Charaktere aus der intensiven Körper- und Bewegungsarbeit zu kreieren und den Körper als Ausdrucksmittel zu verstehen und zu schulen. Die verschiedenen Konzepte aus den Laban/ Bartenieff Bewegungsstudien dienen als Grundlage zur Tanz – und Bewegungsentwicklung als auch zur Improvisation. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Integration von Körperbewusstheit räumlicher und sinnlicher Wahrnehmung.
Die Körperarbeit basiert auf den Prinzipien der Bartenieff Fundamentals und des Body Mind Centerings (BMC).

Die Fundamentals sind eine in sich entwickelte Serie von Bewegungsabläufen die hauptsächlich Muskel und Gelenkketten aktivieren. Z.B. sind bei den meisten Menschen mit Rückenbeschwerden die Bewegungen des Oberkörpers nicht in den Unterkörper verankert. Auf die Veränderung eines Wirbels resultiert immer die kollektive Bewegung der gesamten Wirbelsäule. Durch Verspannung oder „Festhalten“ wird die Wirbelsäule in ihrer Mobilität gebremst. Die Bodenarbeit hilft uns hier angespannte Muskelgruppen loszulassen und die Schwerkraft für uns neu zu nutzen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit den Körpersystemen. Das Verschmelzen von Körperarbeit, Tanztechnik und Improvisation führt uns zu einem ganzheitlichen Training. Lassen wir uns von der Schwerkraft tragen oder müssen wir uns im Raum halten?

  • Rudolf v. Laban war Choreograph, Tänzer und Pionier der modernen Bewegungsforschung. Er eröffnete dem Verständnis der nonverbalen Kommunikation neue Wege.
  • Irmgard Bartenieff war Schülerin, Laban’s Tänzerin und Physiotherapeutin (Bobath) und brachte seine Lehre in die USA. Sie hat eine Anzahl von Prinzipien gefunden, in denen die Körperverbundenheit im Mittelpunkt steht (Muskelketten sind effektiver als Muskelkraft). Die Essenz dieser Bewegungsprinzipien hat sie in schlichten fundamentalen Übungen zusammengefasst. Den Bartenieff-Fundamentals.
  • Bonnie Bainbridge –Cohen begann ihren Weg als Ergotherapeutin. Sie entwickelte mit ihrem Mann die Methode des Body Mind Centerings (BMC). BMC ist ein erfahrungsbetontes Studium, dass auf anatomischen, physiologischen, psychologischen und entwicklungsgeschichtlichen Prinzipien basiert. Die Körpersysteme (Organe, Knochen, Flüssigkeiten, Nervensystem etc.) stehen mit verschiedenen Energien und Bewegungsqualitäten in Verbindung. Die kreative Erforschung unserer Bewegungsentwicklung hilft uns die Beziehung zur Schwerkraft, dem Boden und den Sinn für uns selbst neu zu erfahren.

Theatergeschichte soll Einblicke in die Entwicklung des Theaters gewähren, von der Antike bis zur Gegenwart.
Das Ziel ist, durch exemplarisches Lernen das, was an einem Werk, einer Autor*in, einer Zeit erkannt wurde, selbstständig auf andere Werke, Autor*innen und Zeiten anwenden zu können. Aus diesem Grund werden einzelne Werke und Autor*innen in ihrer besonderen Bedeutung und Signifikanz (sprachlich, inhaltlich, dramaturgisch u.a.) kenntlich gemacht durch Einbettung in die jeweilige Entwicklung des Theaters. Dazu gehören gesellschaftliche Zusammenhänge, Wechselbeziehungen zu anderen Kunstformen etc. ebenso wie z.B. die Entwicklung von Bühnentechnik, Inszenierung, Bühnenbild. Theatergeschichte soll die sprachliche Kunstform ebenso kenntlich machen wie die historischen und theatergeschichtlichen Zusammenhänge, in denen Autor*innen wie Schauspieler*innen standen und stehen.

Sie soll das Interesse für größere Zusammenhänge wecken und den Blick weiten – In der Diskussion all dessen sollen die Schüler*innen verstehen lernen, dass sie Teil einer langen Tradition sind, die – um nicht künstlerisch zu erstarren, produktiv weiterentwickelt werden muss – auch von ihnen selbst.

Im modernen Bühnenkampf kommunizieren die Darsteller*innen auf vielen unterschiedlichen Ebenen miteinander. So schult Bühnenkampf die Wahrnehmung der Partner*in und der Umgebung. Er bietet den Schauspieler*innen eine weitere handwerkliche Möglichkeit, Facetten einer von ihnen geschaffenen Figur auszudrücken. Um für die Zuschauer*innen die glaubwürdige Illusion eines Kampfes zu erzeugen, aber zugleich die körperliche Unversehrtheit der beteiligten Darsteller*innen zu erhalten, lernen die Partner*innen nicht nur, in einer Choreographie zusammen zu arbeiten, sondern auch, wie sich Menschen beim Kämpfen verhalten, d.h. wie sich eine Figur im Verlauf einer Kampfszene psychologisch entwickelt.

  • Durch das Erlernen des Bühnenkampfes oder Szenischer Kampfes erlernen die Schüler*innen ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit, ohne das es rasch zu eigentlich unnötigen Verletzungen kommen kann. Ausserdem wird eine präzise Teamfähigkeit gefordert, da eine Kampfszene nur dann funktioniert, wenn alle Beteiligten sich aufeinander einlassen und verlassen können.

Der Fokus des Unterrichts liegt auf dem intensiven Atemtraining sowie dem professionellen Umgang mit dem Registerwechsel. Durch gezielte Atem-Methoden wird das Bewusstsein der Stimme geschult und gefestigt.

Ziel ist es durch Harmonisierung und Hörbarmachen des Atems die Stimme zu finden und zum Ausdruck zu bringen. Im Gesangsunterricht wird mit Atemübungen, Lockerungsübungen und Übungen zur Erschließung der Resonanzkörper, der eigene Körper als Instrument bzw. als Klangkörper wahrgenommen und entwickelt. In Rhythmusübungen, Improvisationsspielen und mit Hilfe der Solmisation (Benennung der einzelnen Tonschritte) werden das Hören trainiert und die Grundlagen für das selbstständige Erlernen und einstudieren eines Liedes geschaffen.

Ab dem 4. Semester erfolgt Einzelunterricht, in dem individuell auf die jeweilige Stimme eingegangen wird. Ein eigenes Aufwärm- bzw. Einsingprogramm wird erstellt und die Schüler*in lernt auf die Bedürfnisse ihrer/seiner Stimme einzugehen.

Techniken für unterschiedliche Musikstile werden erlernt – Ein eigenes Gesangsrepertoire wird erarbeitet, dieses wird in internen und öffentlichen Liederabenden präsentiert. Ziel des Unterrichts ist die Freude am Singen und am eigenen Ausdruck, der gesunde, verantwortungsvolle Umgang mit der Stimme und das Einschätzen der eigenen, sängerischen Fähigkeiten.

Vor der Kamera gilt es, sein Spiel auf die Bedürfnisse des Mediums Film anzupassen, hierzu müssen einige Dinge gelernt, bzw. beachtet werden.
Der Unterricht im Fach Camera acting beinhaltet unter anderem:

  • Generelle Vorgehensweisen beim Film
  • Welche Methoden sind für die Arbeit vor der Kamera geeignet? Welche besser nicht?
  • Klärung von Fachterminologie beim Film
  • Arbeiten in den verschiedenen Einstellungen: Close up, Totale, Halbtotale, was ist zu beachten?
  • Wie bewege ich mich in den verschiedenen Einstellungen?
  • Auf und Abgang ,Anschlüsse, Continuity
  • Vorbereitung von Spielangeboten für die Regie
  • Arbeit mit Markierungen , wie arbeitet man mit ihnen?
  • Drehbuchanalyse, Schritt für Schritt. Analyse des Verlaufs einer Szene
  • Charakteranalyse, wie gestalte ich eine interessante Figur für den Film?
  • Wie finde ich den Rhythmus einer Szene ?

Auf jede Lerneinheit folgen ausgiebige praktische Übungen, um Gelerntes zu festigen. Unser Dozent Ulrich Bähnk hat über 20 Jahre Erfahrung als Schauspieler und spielte jahrelang Haupt -und Nebenrollen in verschiedenen Serien- und Film-Produktionen, z.B. „Die Rettungsflieger“ (ZDF), „Der Landarzt“, „Tatort“, „Der Dicke“, „Soko Wismar“, „Notruf Hafenkante“ u.v.m.

Die Siebsche Bühnensprache, auch gemäßigte Hochlautung genannt, gilt als Norm für
Schauspieler*innen. Um zu dieser genormten Lautung zu gelangen, sind verschiedene Schritte hilfreich. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen den einzelnen deutschen Sprachlauten und ihrer Kombination zu Wörtern und Syntagmen (Sequenzen). Die Schüler*in muss hören lernen, d.h. sie muss die gewohnten Kategorien, in denen sie hört „aufbrechen“, um neue wahrnehmen zu können. Kann er die unterschiedlichen Laute erkennen, liegt der nächste Schritt darin, diese Laute selber zu produzieren. Dabei ist es außerordentlich wichtig, die Schüler dahin zu führen, sich der Lautproduktion bewusst zu werden, die Unterschiede zwischen den einzelnen Lauten wahrzunehmen und die Eigenschaften, die jedem Laut innewohnen sowie die Artikulationsstellungen zu fühlen.

Um diesen Prozess zu unterstützen, verwenden wir die Symbole des internationalen Phonetischen Alphabets . Es hilft, sich die Unterschiede zu vergegenwärtigen, die die Orthografie manchmal aufhebt. Bei der Beschreibung der einzelnen Laute führen wir in die dazugehörige phonetische Begriffswelt ein. Sprachlaute alleine sind noch keine Worte und ergeben keine Sprache. Deshalb müssen die erkannten Sprachlaute in Kombinationen, die Wörter und letztlich Sätze ergeben, geübt werden. Das wichtige dabei ist, dass der Schüler lernt, diese Worte auch mit ihrer Bedeutung zu artikulieren, da es sich um natürliche Sprache handelt.

Sobald man zu Worten übergeht, kommt ein weiterer Bestandteil hinzu: beim Zusammenfügen der einzelnen Sprachlaute zu Wörtern und Sätzen gilt es Regeln zu beachten. Diese Regeln sind ein wichtiger Teil der genormten Hochlautung. Eine korrekte Artikulation allein reicht nicht, um einen geschriebenen Text in gesprochene Sprache zu übertragen. Deshalb ist es uns wichtig, die Zusammenhänge zwischen Orthografie und Aussprache zu vermitteln. Wir glauben, diese Inhalte können wir nur an die Schüler weitergeben, wenn sie Interesse am Tun haben und aus ihrer eigenen Erfahrung zur Erkenntnis gelangen. Nur wenn der Schauspieler durch diese Erkenntnis seine Sprache wie ein Werkzeug benutzen kann, wird es ihm möglich sein, eine Rolle mit all ihren sprachlichen Facetten auszufüllen.

Körperliche Fitness und eine gute Koordinationsfähigkeit ist absolute Voraussetzung für die Ausübung des Schauspieler*innen-Berufes. Boxtraining eignet sich daher sehr gut, um sich diesen beiden Punkten zu näher.
Es gibt kaum eine andere Sportart, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist so herausfordert, wie der Box-Sport. Durch ausdauerndes Zirkeltraining in Kombination mit Boxtraining verbrennt man in einer Stunde bis zu 1000 Kalorien.
Boxen fördert außerdem die Willensstärke und Konzentration, gibt Durchsetzungskraft und fördert das Selbstbewusstsein.
Die Unterrichts-Einheiten bestehen aus:

  • Umfassendes Warm Up
  • gesunde Dehnübungen
  • Atemtechnik
  • Partner*innenübungen – Schlagkraft & Koordination
  • Konditionsübungen (Kondition ist eine Mischung aus: Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer)
  • Durch Veränderung der Intervalle beim Box-Training erwirken wir eine Verschnellerung der Reaktionszeit

Wir boxen übrigens ausschließlich mit Bandagen und Boxhandschuhen, Sicherheit ist uns hier sehr wichtig, da beim Boxen bestimmte Muskelgruppen extrem strapaziert werden. Das Verletzungsrisiko beim Boxen ist erfahrungsgemäß geringer als z.B. beim Ballett.

Regelmäßige Yoga-Übungen gehören zum festen Bestandteil der Ausbildung an der Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg.
Unterrichtet wird nach dem Kundalini-Yoga – einem dynamischen Yoga-Stil, in dem sich Körperübung mit Entspannung und Meditation abwechseln. Ziel ist es Muskeln zu stärken und zu lockern sowie durch Entspannung Blockaden und Verspannungen zu lösen.

Eine Übungsreihe wird als „Kriya“ bezeichnet. Eine typische Übungsfolge (Kriya) besteht aus 45 Minuten verschiedener körperlicher Übungen und Haltungen. Dann folgen 15 Minuten Entspannung im Liegen und eine daran anschließende Meditation.

Die Vorteile des Yoga sind:

  • Stärkung der Urteilskraft im Bezug auf Situationen
  • Senkung des Leistungsdrucks – einer modernen Zivilisationskrankheit
  • Bessere Entschlackung durch vermehrte Tätigkeit der Leber – mehr Wohlbefinden
  • Zufriedenheit und Ausgeglichenheit fördern eine bessere Haltung und entspannen die Gesichtsmuskeln
  • Gesteigerte Kommunikationsfähigkeit
  • Durch das ausgewogenere Zusammenspiel der Nervensysteme steigt die Flexibilität und damit die Leistungsfähigkeit
  • Mit einer offenen Einstellung erreicht man mehr Vertrauen und Respekt seitens der Mitmenschen

Die Bewegungsstudien nach Laban/ Bartenieff sind ein wesentliches Handwerkszeug für jegliche Arbeit mit Bewegung, Tanz und Improvisation. Lernziel ist es, Charaktere aus der intensiven Körper- und Bewegungsarbeit zu kreieren und den Körper als Ausdrucksmittel zu verstehen und zu schulen. Die verschiedenen Konzepte aus den Laban/ Bartenieff Bewegungsstudien dienen als Grundlage zur Tanz – und Bewegungsentwicklung als auch zur Improvisation. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Integration von Körperbewusstheit räumlicher und sinnlicher Wahrnehmung.

Die Schauspielschüler*innen werden in die vier Kategorien, der Bewegungslehre eingeführt:

  • Form
  • Antrieb
  • Körper
  • Raum

Die Körperarbeit basiert auf den Prinzipien der Bartenieff Fundamentals und des Body Mind Centerings (BMC)
Die Fundamentals sind eine in sich entwickelte Serie von Bewegungsabläufen die hauptsächlich Muskel und Gelenkketten aktivieren. Z.B. sind bei den meisten Menschen mit Rückenbeschwerden die Bewegungen des Oberkörpers nicht in den Unterkörper verankert. Auf die Veränderung eines Wirbels resultiert immer die kollektive Bewegung der gesamten Wirbelsäule. Durch Verspannung oder Festhalten wird die Wirbelsäule in ihrer Mobilität gebremst. Die Bodenarbeit hilft uns hier angespannte Muskelgruppen loszulassen und die Schwerkraft für uns neu zu nutzen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit den Körpersystemen. Das Verschmelzen von Körperarbeit, Tanztechnik und Improvisation führt uns zu einem ganzheitlichen Training. Lassen wir uns von der Schwerkraft tragen oder müssen wir uns im Raum halten? Die kreative Erforschung unserer Bewegungsentwicklung hilft uns die Beziehung zur Schwerkraft, dem Boden und den Sinn für uns selbst neu zu erfahren.

Die wesentlichen Prinzipien sind: Konzentration, Kontrolle, Zentrierung (Stärkung der Körpermitte „Powerhouse“), bewußte Atmung, Entspannung , Fließende Bewegungen (es gibt keine abrupten isolierten Bewegungen)

Die Pilates Methode: Joseph Hubert Pilates war Turner, Taucher, Bodybuilder, Zirkusartist und arbeitete in England u.a. als Berufsboxer. Im 1. Weltkrieg wurde er interniert, Pilates kehrte nach dem ersten Weltkrieg nach Deutschland zurück und arbeitet mit wichtigen Vertreter*innen der Bewegungslehre wie etwa Rudolf v. Laban. 1923 wanderte er in die USA aus und eröffnete sein Trainingsstudio auf Anraten Labans im Gebäude des New York City Balletts, was die Nähe der Methode zum Tanz erklärt.

Die Pilates-Methode ist ein ganzheitliches Körpertraining, in dem vor allem die tiefliegende Muskelgruppen angesprochen werden.